Neujahrsretreat im EIAB
Der Neujahrsretreat 2024/2025 im EIAB
Der Neujahrsretreat im EIAB war ein Retreat für die ganze Familie. Es gab ein Programm für Erwachsene und Programme für Kinder verschiedener Altersstufen und auch eines für Teenager. Es ist wunderbar, wenn man nicht nur einzeln zu Retreats fahren kann, sondern wenn man einen Retreat auch einmal mit der ganzen Familie erleben kann. Und es ist wunderschön nicht nur die eigene, sondern auch die Transformation der Kinder zu beobachten. Ein Hauptzweck eines Retreats ist es ja, die guten Samen in Menschen zu wässern und Zeit zu geben einmal zu stoppen und zu reflektieren. Und so konnten wir sehen, wie auch die Kinder zu blühen begannen, Frieden, Mitgefühl und Liebe gestärkt wurden.
Das Programm war dicht. Das erlaubte es uns, schnell die Gedanken des Alltags ziehen zu lassen und uns ganz auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Morgens ging es um 6:30 Uhr mit einer geführten Meditation los, gefolgt von Qigong, Dharma Talks (Vorträgen über die Achtsamkeitslehre) und weiteren Aktivitäten. Wir wurden langsam zum Jahresende hingeführt, zu einen Neuanfang. Beispielsweise haben wir das vergangene Jahr Revue passieren lassen, indem wir auf einem Papier alle Schwierigkeiten gesammelt haben, die uns im letzten Jahr begegnet sind, aber auch alle positiven Ereignisse und all die Menschen, die uns im letzten Jahr geholfen haben unseren Alltag und unsere Schwierigkeiten zu bewältigen. Schließlich schrieben wir auch unsere Vorsätze für das nächste Jahr auf. Bei manchen war es im Alltag liebevoller zu sprechen und achtsamer zuzuhören, bei anderen waren es andere Dinge.
Dieses Papier, mit unseren Schwierigkeiten, den positiven Ereignissen des letzten Jahres und den Vorsätzen für das kommende Jahr konnte anschließend jeder in einem großen Lagerfeuer verbrennen. Das half loszulassen. Bei einer anderen Übung haben sich Teilnehmer paarweise zusammengesetzt und dreimal Ihre Vorsätze für das kommende Jahr formuliert (Gesten, die wir uns zu den Vorsätzen ausdenken konnten, sollten helfen, die Vorsätze für die Zukunft besser abzuspeichern). Oft haben sich diese mit jeder Wiederholung leicht verändert oder aber gefestigt. Es war ein schönes Gefühl das tiefe Bedürfnis der Vorsätze und die große Wertschätzung des Gesprächspartners zu spüren.
Ein wichtiger Bestandteil des Retreats waren auch die Austauschgruppen, bei denen jeder von seinen Schwierigkeiten oder Erfahrungen sprechen kann (wenn man möchte, alles ist freiwillig). Gerade der Austausch in Elterngruppen war sehr hilfreich, um zu verstehen, wie andere Eltern mit den Schwierigkeiten in der Familie umgehen, oder wie andere Eltern ihren Kindern helfen, mit Ärger oder Problemen umzugehen. Diese Austauschgruppen sind auch wichtig für ein Gemeinschaftsgefühl, das sich bei jedem Retreat bildet. Man hilft einander, man ist da füreinander, hört zu, wenn jemand sprechen möchte.
An einem Tag gab es eine Wanderung mit Eltern und Kindern. Wir wanderten vorbei an Bächen und Wiesen durch den Wald, wie durch ein winterliches Märchenparadies. Durch den Nebel hatten sich Eiskristalle an Zweigen und Ästen gebildet. An einer Stelle blieben wir stehen und genossen eine Keksmeditation und sangen Lieder. Auf dem Weg zurück freuten sich alle über das warme leckere Abendessen im EIAB.
Am 31. Dezember gab es am Abend eine Art Silvesterfeier, bei der die meisten Austauschgruppen etwas vorführten, beispielsweise ein Lied, oder ein Improvisationstheaterstück, oder einen Sketch.
Sehr sympathisch war ein Auftritt der Nonnen und Mönche, die ein Lied sangen. Sie sagten, sie hätten leider nicht viel Zeit gehabt, daher wäre dieser Auftritt auch gleichzeitig die erste Probe. Dass der Gesang manchmal etwas aus den Fugen schien, machte nichts. Schließlich ging es bei dem Abend nicht um Perfektion, sondern um Gemeinschaft. Abgeschlossen wurde der Abend mit einer traditionellen Neujahrszeremonie, mit Gesang und einem Drachentanz der Mönche.
Ein Höhepunkt des Retreats war auch das „Blumen wässern“ zwischen Kindern und ihren Eltern. Dabei schrieben die Kinder all die Dinge auf eine Karte, für die sie ihren Eltern dankbar waren. Bei kleinen Kindern ist es vielleicht einfach ein „Danke, dass Du für mich kochst“, bei älteren Kindern ist es oft komplexer. Eltern danken daraufhin auch ihren Kindern für all die kostbaren Momente oder bewundernswerten Eigenschaften ihrer Kinder. Dieses „Blumen wässern“ kann sehr emotional und wunderschön sein. Unsere Kinder sahen danach so glücklich aus und strahlten so viel Liebe aus.
Uns fiel auf, dass auf der Bühne neben dem Thema des Retreats „Joyfully Together“ auch ein Bild hing, auf dem der Buddha neben Jesus abgebildet war. Eine Krippe schmückte die Ecke der Bühne. Vielleicht ein Zeichen für die Offenheit am EIAB, werden dort doch alle spirituellen Lehrer geehrt, egal aus welcher Tradition.
Wir sind alle sehr genährt und glücklich wieder zuhause angekommen. Es ist am Anfang etwas schwer direkt dem Trubel des Alltags zu begegnen. Noch herrscht Ruhe und Frieden in unserem Geist und der Umgang in der Familie ist wunderschön respektvoll und freundlich. Wir werden versuchen, die Achtsamkeit und den Frieden möglichst lange zu bewahren.
SoOS